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Abschnittübung Oberland 2026 in Sillian

Am Freitag, den 18. September 2026, fand in Sillian die diesjährige Abschnittsübung des Feuerwehrabschnittes Oberland statt. Als Übungsszenario wurde ein Brandereignis in einem besonders kritischen Bereich am Sillianberg angenommen. Übungsobjekt war ein Bauernhof im Bereich der sogenannten „Kopsgute“, einem eng verbauten Siedlungsraum mit drei unmittelbar nebeneinanderliegenden Wohn- und Wirtschaftsgebäuden.

Gerade dieser Bereich stellt die Feuerwehren im Ernstfall vor enorme Herausforderungen. Die enge Bebauung birgt die Gefahr einer raschen Brandausbreitung auf benachbarte Gebäude. Gleichzeitig befindet sich die Einsatzstelle weit entfernt von einer leistungsfähigen Löschwasserversorgung. Bereits wenige Minuten nach Brandausbruch könnte sich ein Feuer dort zu einem Großschadensereignis entwickeln.

Aus diesem Grund wurde bei der Übung das Hauptaugenmerk auf die Sicherstellung der Löschwasserversorgung im Falle einer Alarmstufe 3 gelegt. Ein derartiges Einsatzszenario bedeutet, dass neben der örtlich zuständigen Feuerwehr sieben weitere Löschfahrzeuge sowie drei Tanklöschfahrzeuge zur Einsatzstelle alarmiert werden.

Parallel zur Brandbekämpfung wurde eine rund 1.600 Meter lange Relaisleitung zum Brandobjekt aufgebaut. Zeitgleich richteten die eingesetzten Tanklöschfahrzeuge einen Pendelverkehr ein und transportierten laufend Löschwasser zur Einsatzstelle. Die Herausforderung dabei war enorm: Die Zufahrtsstraße ist über weite Strecken lediglich einspurig befahrbar. Auf derselben Strecke mussten sowohl die Tanklöschfahrzeuge verkehren als auch die umfangreiche Zubringleitung verlegt werden.

Diese Rahmenbedingungen verlangten von allen eingesetzten Kräften ein Höchstmaß an Koordination und Zusammenarbeit. Zur Bewältigung der komplexen Einsatzlage wurden mehrere Einsatzabschnitte gebildet. Neben dem Aufbau eines Bereitstellungsraumes waren laufende Abstimmungen zwischen den Abschnittsleitungen erforderlich.

Neben der Löschwasserversorgung stand auch der Atemschutzeinsatz im Mittelpunkt der Übung. Im vollständig verrauchten Wirtschaftsgebäude wurden mehrere vermisste Personen angenommen. Insgesamt fünf Atemschutztrupps durchsuchten unter erschwerten Bedingungen die Gebäudeteile und konnten sämtliche Personen rasch auffinden und retten.

Auch die Mannschaft des Rüstfahrzeuges der Feuerwehr Sillian wurde gefordert. Im Zuge des Szenarios mussten unter einem Fahrzeug eingeklemmte Personen mittels technischen Rettungsgerätes befreit werden.

Für die Führung des umfangreichen Einsatzgeschehens wurde eine Einsatzleitung eingerichtet. Die Gliederung erfolgte in die Einsatzabschnitte Zubringleitung, Wassertransport mittels Pendelverkehr sowie Brandeinsatz. Für die laufende Dokumentation und Übersicht sorgte das Team der Lageführung.

Bei der abschließenden Übungsbesprechung konnte festgestellt werden, dass sämtliche vorgegebenen Übungsziele erfolgreich erreicht wurden. Besonders hervorgehoben wurde die ausgezeichnete Zusammenarbeit aller beteiligten Feuerwehren von Sillian, Arnbach, Panzendorf, Tessenberg, Außervillgraten, Innervillgraten und Strassen sowie der Bezirkszentrale Lienz.

Insgesamt standen 157 Feuerwehrmitglieder im Übungseinsatz. Ein herzlicher Dank gilt allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, den Übungsbeobachtern, der Bezirkszentrale Lienz sowie den Eigentümern des Übungsobjektes für die Unterstützung. Die Übung zeigte eindrucksvoll, dass die Feuerwehren des Abschnittes Oberland auch für komplexe Einsatzlagen bestens vorbereitet sind.

Text und Fotos: FF Sillian

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