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Die Rückkehr der Jaeger Bilder nach Sillian

Geschrieben von: Gemeinde Sillian, 25.04.2019

Ein Kreis schließt sich: Die Rückkehr der Jaeger-Bilder nach Sillian

Es war für alle, die zur Präsentation der drei Werke von Fritz (Frederick) Jaeger ins Sillianer Gemeindeamt gekommen waren, ein besonderer und vor allem ein emotionaler Moment. Der in den USA lebende Sohn des Künstlers, George Jaeger (93), war live via Videokonferenz aus Vermont zugeschaltet.


Im Frühjahr 2018 wurden der "Dorftrompeter" sowie das "Mädchen in Tiroler Tracht" dem Schloss Bruck, dem Museum der Stadt Lienz in Osttirol, von Frau Inge Goller, Witwe von George Jaegers Jugendfreund Dr. Günther Goller, geschenkt, der diese Gemälde als Dank für seine Großzügigkeit und Freundlichkeit während Georges Besuch in Wien 2017 erhalten hatte. Auf Wunsch von Dr. Goller sollten diese Gemälde sowie ein drittes Werk, "Sillian, ein österreichisches Dorf", in das Erbe Osttirols, wo er geboren und aufgewachsen ist, aufgenommen werden.

Die beiden Porträts zeigen den Sillianer Joseph Außerhofer (1919 - 1945) in der Musikantentracht und seine aus Wien stammende Verlobte Ilsa Bina. Gemalt hat der Künstler das junge Paar während seines Sommeraufenthaltes 1936 im Gasthaus/Bäckerei Außerhofer. „Ich war damals noch klein, aber ich erinnere mich, wie mein Vater in Sillian die Bilder gemalt hat“, erinnerte sich George Jaeger.

Die Ortsansicht von Sillian entstand erst viele Jahre später in den USA, als Vorlage diente dem Künstler wahrscheinlich ein Postkartenmotiv.

Frederick Jaeger Village Trumpeter Joseph Auerhofer c George Jaeger

Frederick Jaeger Girl in Tyrolean Costume Ilse Bina c George Jaeger Frederick Jaeger Sillian 1936 c George Jaeger
"Dorftrompeter" "Mädchen in Tiroler Tracht" "Sillian, ein österreichisches Dorf"

 

Wer war der Künstler?

Der 1895 in Wien geborene Maler Fritz – nach der Emigration nannte er sich Frederick – Jaeger entstammte einer jüdischen Kaufmannsfamilie. Fritz Jaeger wurde in den letzten beiden Jahren des Ersten Weltkriegs an die italienische Front zum Kriegsdienst einberufen. Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg heiratete er Emma Stachura und konvertierte zum katholischen Glauben.

Von 1918 bis 1926 studierte er an der Akademie der bildenden Künste und war in der Folge als Kunsterzieher an Wiener Schulen tätig. 1926 wurde sein Sohn Georg geboren. In den 1920er- und 1930er-Jahren schuf Friedrich Jaeger ein reiches künstlerisches Werk, aus dem insbesondere Porträts und Illustrationsgrafiken herausragen. Aus dieser Zeit stammen auch die nun der Stadt Lienz geschenkten Werke.

Einen Schwerpunkt bildeten die Illustrationen für die populäre Zeitschrift „Bergland“, womit Jaeger auf großes Echo stieß. Auch mit Buchillustrationen hatte Friedrich Jaeger großen Erfolg, so etwa mit seinen Illustrationen zu dem 1918–1920 erschienenen dreibändigen Jugendbuch „Höhlenkinder“. Fritz Jaegers Werk, das er in den 1920er- und 1930er-Jahren in Wien schuf, ist einer Kunstrichtung zuzuordnen, die ein gewisses Naheverhältnis zur damaligen Populärkunst aufweist. In diesem Genre wurde auf eine realistische Wiedergabe großer Wert gelegt, um dem Publikumsgeschmack durch ein hohes Maß an Präzision in der Darstellung entgegen zu kommen.

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten in Österreich 1938 wurde Jaegers Familie auf Grund ihrer jüdischen Herkunft verfolgt, Bruder Paul wurde im Konzentrationslager Dachau ermordet. Fritz Jaeger gelang im November 1938 mit Hilfe der britischen Quäker-Organisation die Flucht zunächst nach England, von wo aus der nach New York weiterreiste.

Bald konnte er als Designer von Postkarten und Geschenkartikel wieder künstlerisch Fuß fassen und wurde 1953 Art Professor der erfolgreichen US-Firma Hallmark in Kansas City. Auch nach seinem Rückzug von dieser Tätigkeit im Jahr 1970 war Jaeger weiterhin künstlerisch aktiv. 1980 verstarb Fritz Jaeger in Kansas City.

Die Bilder sind als Leihgabe vom Museum der Stadt Lienz -Schloss Bruck - die nächste Zeit in den Räumlichkeiten des Sillianer Gemeindeamt zu sehen. „Die Werke von Fritz Jaeger kehren wieder an ihren Ursprung zurück, der Kreis schließt sich. Das ist ein Zeichen der Versöhnung“, zeigte sich Bürgermeisterin der Stadt Lienz, Elisabeth Blanik überzeugt. Bürgermeister Hermann Mitteregger bedankte sich vor allem bei George Jaeger, der die Schenkung ermöglichte und lud in nach Sillian ein. „Ich habe in meinem Leben noch so eine schöne Einladung erhalten!“, meinte darauf tief gerührt der Sohn des Künstlers. Ob er die weite Reise wirklich antreten könne, sei aber aufgrund seines hohen Alters nicht sicher. Und zur Rückkehr der Bilder: „Es macht mir enorme Freude, und es hätte meinem Vater genauso große Freude gemacht, dass nach all den Jahren mit vielen Schwierigkeiten alles zu einem guten und schönen Ende gekommen ist.“




Frederick Jaeger mit seiner Frau Emma 1948 in Kansas.
Im Hintergrund das Bild „Der Dorftrompeter“ (c) George Jaeger.png



Gnther Goller und George Jaeger vor den Gemlden Frederick Jaegers c Peter Unterweger

Der gebürtige Sillianer Günther Goller (†) mit seinem Jugendfreund George Jaeger 2017 in Wien.





Bgm. Elisabeth Blanik und Bgm. Hermann Mitteregger freuen sich mit Gertrud Seethaler, Schwester von Günther Goller, über die Rückkehr der Bilder nach Osttirol.



George Jaeger Screenshot Peter Leiter

George Jaeger nahm aus den USA live an der Präsentation via Skype teil.

 

Weitere Informationen: www.jaegergallery.com (Homepage Frederick Jaeger)
Text und Foto: Peter Leiter

 

 










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