Berichte > Archiv > Herz-Jesu-Fest im Wohn- und Pflegeheim Sillian

Herz-Jesu-Fest - ein Spiegelbild von tiefem Glauben und Verbundenheit zur Heimat

Am zweiten Sonntag nach Fronleichnam lebt jedes Jahr in unserer Heimat Tirol ein alter Brauch auf: Das Entzünden der Herz-Jesu-Feuer.
Dieser Brauch geht auf das Jahr 1796 zurück. Damals, als die Schreckensnachricht eintraf, dass französische Truppen aus Richtung Italien auf das Land Tirol zumarschierten, wurde ein Kriegsrat einberufen. Bei dieser Versammlung gelobten die Tiroler Landesstände angesichts der drohenden Gefahr, das Heimatland dem „Heiligsten Herzen Jesu“ anzu-vertrauen.

Die Tiroler Truppen wurden damals durch das Entzünden von Signalfeuern einberufen und von diesen Lichtsignalen her rührt die  Tradition der Herz–Jesu-Feuer, welche auch heute noch auf Gipfeln und an Berghängen entzündet werden. Andreas Hofer erneuerte dieses Gelöbnis vor der Berg-Isel-Schlacht 1809 gegen die Franzosen und Bayern, und als die Truppen von Andreas Hofer siegten, wurde zum Dank der Herz-Jesu-Sonntag  zum hohen Feiertag erhoben. Dieses Gelöbnis wird jedes Jahr in einem Hochamt und einer Prozession, welche durch die jeweilige Ortschaft führt, erneuert.

   

Diese am Samstag oder Sonntag entfachten Feuer werden oft als Symbole wie „IHS“, „INRI“, Kreuz- oder Herzform angeordnet. Aber nicht nur die Bergfeuer erleuchten den nächtlichen Himmel über Tirol. In vielen Gemeinden wird von der Bevölkerung auch die Tradition der Häuserbeleuchtung gepflegt. Und so brennen auf vielen Balkonen unzählige Kerzen und aus vielen Fenstern leuchten Bilder mit christlichen Symbolen. So auch im Wohn- und Pflegeheim Sillian.

Das Herz–Jesu-Fest mit seinen Traditionen und Bräuchen lässt in so manchem älteren Menschen viele gute, aber auch schlechte Erinnerungen an frühere Zeiten wach werden. Für viele BewohnerInnen sind mit diesem religiösen Fest meist sehr starke emotionale Gefühle und Empfindungen verbunden. Diese bieten sich besonders für Animations- und Gedächtnistrainingsübungen aber auch für Bastelnachmittage an.

 

Von solchen Nachmittagen profitieren die BewohnerInnen, indem sie zum Beispiel beim Basteln und Aufstellen der Herz-Jesu–Beleuchtung ihre manuellen Fähigkeiten trainieren können. Außerdem müssen sie durch das Erzählen von Erlebtem einerseits selbst eine kognitive Leistung erbringen und andererseits andere zum Erzählen anregen, sodass auch die MitarbeiterInnen des Wohn- und Pflegeheimes Sillian so manches über Bräuche und Traditionen aus früheren Zeiten erfahren dürfen.
Ohne die Weitergabe dieses Wissens der Alten und Betagten an die jüngere Generation würde dieser Abschnitt Tiroler Geschichte ansonsten möglicherweise für immer verloren gehen.
   
Neben den Vorbereitungen zum Herz–Jesu–Fest ist den Bewohnern des Wohn- und Pflegeheimes Sillian auch die Teilnahme an der Herz–Jesu-Prozession ein großes Bedürfnis und Erlebnis, von dem sie noch Tage nachher schwärmen und anderen erzählen.
Hier möchte ich wieder einmal die Gelegenheit nutzen und mich bei den Frauen des Sozialkreises Sillian bedanken. Ohne ihre Hilfe und Unterstützung wäre die zahlreiche Teilnahme der BewohnerInnen des Wohn- und Pflegeheimes Sillian an der Herz-Jesu-Prozession nicht möglich gewesen.
  

Bildergalerie

 

Wohn- und Pflegeheime Osttirol
Beda Weber-Gasse 34
9900 Lienz
Tel. 04852/608
office@heime-osttirol.at
www.heime-osttirol.at

Wohn- und Pflegeheim Sillian
Sillian 90c
9920 Sillian
Tel. 04842/20012

 

©PDL Franz Moser, MBA



© Marktgemeinde Sillian - Sitemap - Impressum

zur Startseite Email an die Marktgemeinde