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OSR Anton Furtschegger
* 07. 02. 1921    +  22. 08. 2011

 

Am 26. August 2011 begleiteten Vertreter der Marktgemeinde Sillian, der Volksschule Sillian , ehem. Arbeitskollegen, Nachbarn und Bekannte Anton Furtschegger auf seinem letzten Weg, nachdem er am 22. August 2011 zu Gott, seinem Schöpfer, heimgekehrt war.

Volksschuldirektor OSR Helmut Schneider würdigte in seiner Grabrede das Wirken des Verstorbenen:

Anton Furtschegger wurde am 7. Februar 1921 in Sillian geboren. Nach der Volksschule besuchte er das Bundesreal-gymnasium in Lienz. Seine Ausbildung wurde, wie bei so vielen seines Jahrganges, durch die Wirren des 2. Welt-krieges unterbrochen. Anton Furtschegger wurde 1941 an die Front berufen und leistete seinen Militärdienst bis Kriegsende.

Nach der Heimkehr setzte er sein Studium am BRG Lienz fort, wo er 1948 maturierte. Nach Absolvierung des Abi-turientenlehrganges an der Lehrerbildungsanstalt in Innsbruck war der Verstorbene vom Herbst 1950 bis zum Juli 1981 an der Volksschule Sillian tätig, deren Leitung er im Jahre 1955 übernahm.

Die Lehrerpersönlichkeit Anton Furtschegger war gekennzeichnet von Fleiß und Engagement für seine Schüler, aber auch von fürsorglicher, väterlicher Strenge, mit der er auch seine Lehrer – im Laufe seiner Leitung begannen immerhin mehr als 50 Junglehrer ihre Lehrerlaufbahn an der Volksschule Sillian – umsorgte.
Diese Eigenschaften brachten ihm auch bald den Beinamen „Tate“ ein. Als„Furtschegger Tate“ ist er heute noch in Osttiroler Lehrerkreisen bekannt. Und wenn der Verstorbene von seinen Angehörigen auf der Parte als „Papa“ bezeichnet wird, schließt sich der Kreis: Ein fürsorglicher Vater, privat und im Beruf!

Die heutigen Diskussionen über die Höhe der Lehrverpflichtung, über Nachhilfeunterricht und über die Nachmittags-betreuung waren für Toni Furtschegger kein Thema. An den Nachmittagen war er in der Schule und all jene, bei denen er es für notwendig hielt, mussten zu zusätzlichem Unterricht kommen, entweder um ihre vergessenen Hausaufgaben zu machen, um Versäumtes nachzuholen oder auch die Schüler der 4. Klassen, die er in kostenlosem Nachmittags-unterricht auf die weiterführenden Schulen vorbereitete. Sicherlich waren damals viele seiner Schüler über den zusätzlichen Unterricht nicht erfreut, später haben aber sicherlich die meisten erkannt, welch wichtige Grundlagen ihnen ihr Direktor Furtschegger für ihr Leben mitgegeben hat.

Der Schulbehörde blieben die ausgezeichneten Leistungen von Volksschuldirektor Furtschegger natürlich nicht verborgen. So wurde ihm 1962 Dank und Anerkennung vom Bezirk, 1971 vom Land Tirol zuerkannt. Im Jahre 1979 wurde ihm schließlich der Berufstitel Oberschulrat verliehen.
Anton Furtschegger war mit vollstem Einsatz Lehrer und Direktor. Die Kraft dazu holte er sich aus seiner Familie - immer wieder erzählte er stolz von seinen fünf Kindern - der Arbeit in seinem großen Garten, aber auch bei seinem Hobby, der Musik. Über viele Jahre war der Verstorbene ein verlässlicher Sänger beim Kirchenchor in Sillian. Und wenn es im kameradschaftlichen Kreis galt, ein Gläschen Wein zu trinken, war Toni auch dabei und auf Grund seines Humors ein gern gesehenes Mitglied in der Gemeinschaft.

Die Belastung im Beruf hinterließ aber auch ihre Spuren. Gegen Ende jeden Schuljahres meldete sich der Körper mit Magenschmerzen und anderen Beschwerden, aber das Wort Krankenstand gab es für Toni Furtschegger nicht.

In den Sommerferien erholte sich Direktor Furtschegger immer erstaunlich gut und konnte mit neuer, voller Kraft das Schuljahr beginnen, bis er dann im Jahre 1981 nach 31 Dienstjahren als Lehrer und davon 26 als Schulleiter den wohlverdienten Ruhestand antreten konnte.

 

 

 

 



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